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Bier und Wurst (2005)

 16. Dezember 2005 Gott in Hamburg
 09. Dezember 2005 Abenteuer Bierkauf
 03. Dezember 2005 Gefahren im Friesischen
 28. November 2005 Die toten Toten Hosen
 11. November 2005 Urlaubsreif mit Perücke
 26. Oktober 2005 keine Macht dem Vogelgeri
 24. Oktober 2005 fear and loathing in Häm
 04. Oktober 2005 Milleniumbabies
 30. September 2005 Merkel ist weg
 21. September 2005 ausgemergelt
 20. September 2005 Suppentag2005
 14. September 2005 Deutsche Superhelden
 29. August 2005 Letzte Werte
 19. August 2005 Karrierepläne
 06. August 2005 Schweinkram
 29. Juli 2005 VWolfsburg
 21. Juli 2005 FC St. Pauli
 13. Juli 2005 Domschänke
 30. Juni 2005 Das Thunerbier
 21. Juni 2005 Die Bavaria
 09. Juni 2005 Marvin Deprobot
 07. Juni 2005 Frauenplatz-rückwärts
 01. Juni 2005 Maibaum Paradize
 31. Mai 2005 Der Langhaarnazi
 25. Mai 2005 Julias Vater
 19. Mai 2005 Bayerische Angusrinder
 13. Mai 2005 gschwind wie der Wind
 07. Mai 2005 Madonna und Brittney
 04. Mai 2005 der Schwarze Block
 29. April 2005 drohende Künstlerwerdung
 26. April 2005 Mueseggmauer
 25. April 2005 Schweizerische Bürokrati
 22. April 2005 43Kilo Luftfracht
Spass mit Schnulliblubber

07. August 2026

Terrorthun

Annual Hundsverlochete

Thun – man mag es mögen oder eben nicht. Als leidgeprüfter Bewohner könnte ich euch die ein oder andere Schrulle erzählen, aus der mondänen Alpenmetropole.

Stadt der Alten sagen die einen, Berlin der Schweiz die anderen.

Brot und Spiele, Krieg und Frieden solche Dinge halt. Jährlich wird am ersten Augustwochenende seit fünfzig Jahren die Eröffnung einer Fussgängerbrücke gefeiert, die einen direkten Zugang zum Parkhaus auf der anderen Seite der äusseren Aare gewährt: Das Thunfest. Kategorie Krieg und Spiele.

In dem halben Jahrhundert, in dem sich diese Feier in Thun zur nicht mehr wegzudenkenden Tradition mauserte, erhoben sich auch hässliche Fratzen, die behaupten, das Thunfest sei die drittgrösste Party, die in der Schweiz jährlich gefeiert werde.

Das kann schon sein. Number one and two sind unbestritten die Streetparade in Zürich und das Buskers in Bern. Und Thun wäre nicht Thun, wenn die beiden nicht am gleichen Wochenende stattfänden, wie das Thunfest. Immerhin Bronze.

Ich empfinde das Thunfest als eine der bescheuertste Veranstaltungen überhaupt. Berlin der Schweiz hin oder her.

Natürlich wurde das Fest über die Jahre immer grösser und unübersichtlicher, aber im Prinzip war schon die erste Ausgabe bescheuert.

Machen wir uns nichts vor. Mein Eindruck, dass das Thunfest von Jahr zu Jahr beknackter wird, hängt wohl eher mit mir und meinem über die Jahre kultivierten Starrsinn zusammen, als mit der Entwicklungsfahrt des Fests auf der Abwärtsspirale der Geschmacklosigkeit.

Am Mittwoch vor dem Jubiläumsfest 2026, einem Tag, der in der Vergangenheit mit Fug und Recht als die Ruhe vor dem Sturm bezeichnet werden konnte, herrschte in der Thuner Innenstadt bereits Krieg.

Alle Zufahrten waren unumstösslich bewehrt mit diesen Antiterrornagelbrettern, die beim Befahren mit mehr als 5 km/h hochklappen und Schäden an Karosse und Lenkgeometrie verursachen.
An ausgewählten Standorten sah ich Registertonnen von mobilen Betonblöcken der Marke Swissbloc hingestellt, sodass die Stadt mühelos als Übungsgelände von nordamerikanischen Antiterrormilizen durchging.

Ich kam mir vor wie ein Fremder. Ein Fremder in der eigenen Stadt.

Das einzig Vertraute, das ich auf meiner Flucht hinaus aus der sich in Vorbereitung befindenden Festhölle wahr nahm, waren die Flecken von ausgeschüttetem Bier und von eingetrockneter Kotze, die sich farblich klar und kontrastreich von dem Strassenbelag abhoben.

Da es erst Mittwoch Nachmittag war, lange vor dem eigentlichen Gelage, musste ich davon ausgehen, dass sie die vom Vorjahr eingelagert und wieder ausgerollt hatten.

D J B r u t a l o @ S ç h n u l l i b l u b b e r.ç h

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Kommentare (2)  - Etwas Senf dazu?