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 20. April 2005 1000 & die letzte Nac
 19. April 2005 Grafitti im Gottestaat
 18. April 2005 Auf dem Donnerbalken
 17. April 2005 Hanf dampft die Gassen
 16. April 2005 Schwerathletik
 13. April 2005 Schont Eure Bildschirme!
 10. April 2005 grosse und kleine Tiere
 06. April 2005 tote MĂ€nnern
 05. April 2005 Die Kiloportionen
 04. April 2005 mein Senf zum Papsttod 05
 03. April 2005 politische Schwierigkeite
 30. März 2005 Die PerserkatzenlĂŒge
 29. März 2005 TriebtĂ€ters
 28. März 2005 albtraumhaftes
 27. März 2005 LĂŒthi&Blanc
 26. März 2005 Japaner unterliegen uns
 19. März 2005 kurz zu Hause
 16. März 2005 Dem Mysthyrium Polos
 15. März 2005 Internet im Flugzeug
 12. März 2005 im Nixdorf
 09. März 2005 ...wie aus 1001 Nacht
 08. März 2005 Fehlschlag BrĂ€u
 07. März 2005 heikle Daten
 06. März 2005 Mein erster Paykan
 05. März 2005 GefĂ€hrliche Fracht
 27. Februar 2005 Innenansichten(Output)
 26. Februar 2005 Innenansichten(Input)
 23. Februar 2005 La Guitar Pneumatique
 22. Februar 2005 Tod in Entenhausen
 21. Februar 2005 U-Bahn
 16. Februar 2005 HaarspĂŒhlungen
 15. Februar 2005 Zappa Fans
 14. Februar 2005 königliches GeflĂŒgel
 13. Februar 2005 Time Scrambler
 12. Februar 2005 Fussballignorant
 09. Februar 2005 Der Sarg der Konkurenz
 08. Februar 2005 Schneemoschee
 07. Februar 2005 paykanliebender Mashdi
 06. Februar 2005 Die Loswerdung der TTH
 05. Februar 2005 Skihazzys
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 14. Dezember 2004 nach Hause - Weihnachten
 12. Dezember 2004 Fahrplanwechsel weltweit
 11. Dezember 2004 KrippennĂ€sser
 07. Dezember 2004 Snöber
 06. Dezember 2004 Strassenverkehr
 04. Dezember 2004 Der AXE10 Kunstfilm
 01. Dezember 2004 Schnudderine i dr Diskko
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Spass mit Schnulliblubber

16. November 2022

BĂŒrger:innenmeister:inwahl 2022

Schau in den Lauf Hase!

Ich war noch keine siebzehn Jahre alt, drückte man mir im Rahmen lokalem Brauchtums eine halbautomatische Waffe in die Hand und zeigte mir anhand vom zielen auf Zielscheiben, wie man Menschen erschiesst. Auch wenn dies als Jungschützenkurs verpackt war, ändert es nichts daran, dass ich de facto lernte, Menschen aus sicherer Distanz mit einer Schusswaffe zu treffen und damit ihren durch mich verursachten Tod billigend in Kauf zu nehmen. Ich will hier nicht rumheulen, um Jahrzehnte später in eine konstruierte Opferrolle zu schlüpfen, denn ich entschied mich damals aus freien Stücken den Jungschützenkurs zu besuchen. Einzig dem Druck, der durch das lokale Brauchtum existierte, konnte ich nicht widerstehen.

Freunden von mir gelang dies vergleichsweise mühelos.

Das Schiessen mit der Präzisionsarmeewaffe aus einer schweizerischen Waffenschmiede war gelinde gesagt ein Kinderspiel und ich erkannte schnell mein Talent. Später erkannten dies auch andere und dekorierten mich mit Scharfschützenabzeichen. Nennt mich The Swiss Sniper, wenn ihr wollt, lasst Euch von mir aber gesagt haben, dass durch meine Hand noch kein Mensch getötet wurde. Wie auch? Habe ich doch meine Flinte schnellstmöglich an den sprichwörtlichen Hacken gehängt, indem ich sie, wie man das aus dem Wilden Westen kennt, gegen eine Flasche Bourbon an einen Ausländer verscherbelte.

Daran musste ich heute denken, als ich meinen Briefkasten leerte. Ein Bekannter und ehemaliger Mitstreiter in politischen Fragen Genosse will in zwei Wochen für die Volkspartei in den Thuner Stadtrat gewählt werden und legte mir entsprechendes Material in Form von Prospekten in den Briefkasten. Da er wohl davon ausgeht, dass mir die Positionen der Volkspartei nicht geläufig sind, legte er noch ein parteiinternes Positionspapier dazu. Aus dem Positionspapier lernte ich bei der Durchsicht dass (..) Kultur keine Staatsaufgabe ist und man in der Volkspartei eher dazu neige, das (..) lokale Brauchtum zu Fördern als Kunststipendien im Ausland zu finanzieren.
Ich erinnerte mich an die Fragen, die wir damals mit der Gesellschaft (in deren Mitte wir uns unbewusst vorkämpften), zu klären hatten, und ich erinnerte mich auch an unsere Unzimperlichkeit bei der Wahl der Mittel für den Fall, dass unsere Fragen nicht zufriedenstellend beantworten würden und wir der Ignoranz entschiedener entgegentreten mussten. Gerade mit den Aushängeschildern der Volkspartei war man permanent auf Kriegsfuss.

Ich solle ihn doch bitte zweimal auf der Wahlliste der Volkspartei kumulieren, schreibt er in einer persönlichen Notiz. Auf keinen Fall aber soll ich es versäumen, unseren Stadtpräsidenten als Stadtpräsidenten wieder zu wählen. Der amtierende Stadtpräsident ist - wie könnte es anders sein - auch ein Volksparteiler.

Besager Stadtpräsident, kurz:Unser Stapi1 hat nämlich ein Problem. Er wird, auch wenn er über die Parteigrenzen hinweg als kompetenter Sachpolitiker gilt, der seine Sache angeblich gut gemacht hat in den letzten Jahren in zwei Wochen in seinem Amt angegriffen. Dies ausgerechnet von einer Frau und dies ausgerechnet von einer Grünen.

Da ich nun aber davon ausgehen muss, dass die Grüne ihre Sache auch gut machen wird und die Chance besteht, dass sie sie noch besser machen wird als der amtierende Stapi "Unser Stapi" (mit Stapiprüfung der Kategorie R, kann Lasten über Kopf heben), ist für mich die Sache so gut wie geritzt und meinem Bekannten werde ich wohl eine Abfuhr erteilen müssen.

Ob sich die neue Stapi (Gegengewichtsstapi ?) auch mit Fragen beschäftigen wird, ob Kulturförderung eine Staatsaufgabe sei oder nicht, wage ich zu bezweifeln. Ich geb das Mal gsorgets. Vielmehr werde ich ihr bei nächstbester Gelegenheit etwas auf den Zahn fühlen und dabei Impulse setzen müssen, die eine selbsttragende Armee oder eine autarke Landwirtschaft zum Ziel haben. Für das Geld beispielsweise, das die öffentliche Hand jährlich in den Kulturbetrieb Mokka pumpt, gibt es für den Kampfpanzer Leopard nicht einmal einen vollständigen Satz Winterberaupung.

Wenn die grüne Frau die neue Stapi werden würde - was zu hoffen ist - so würde aus dem alten "unser Stapi" ein Arbeitsloser werden. Das tut mir jetzt schon leid und müsste wohl als Kollateralschaden deklariert werden. Mit seiner Bürgernähe, die sich der Bursche während seiner Amtszeit angeeignet hat, sehe ich diesem Umstand aber eher entspannt entgegen. Ich könnte zum Bespiel dringend eine helfende Hand brauchen, die mir hilft, E-Mails zu beantworten. Täglich erhalte ich nämlich bis zu hundert E-Mails von einsamen Hausfrauen in meiner Umgebung. Die müssen alle innerhalb von vierundzwanzig Stunden beantwortet werden, wie sich das nach Netiquette gehört.


D J B r u t a l o @ S ç h n u l l i b l u b b e r.ç h

1) Stapi klingt wie Stapler und wo Stapler ist, da ist im Wörterbuch und in den Räten auch Hochstapler nicht weit.

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