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11. März 2026

Festnetzvogel

der alte Wähltongenarator hat seine Schuldigkeit getan, der alte Wähltongenerator kann geh'n

Neulich fand ich es an der Zeit, nach mehr oder weniger vierzig Jährchen Maloche einen verstohlenen Blick zurückzuwerfen, um zu überprüfen, ob der Weg, den man alltäglich so geht, noch dahin führt, wo man dereinst hin wollte. Natürlich wäre man naiv zu glauben, dass man, wenn man einen solchen Blick riskiert nicht auch auf sein Lebenswerk schaut.

Als junger Springinsfeld - erinnere ich mich - zog ich los, um aus der Welt, die ich damals als eine schlechte und als eine im höchsten Grad dem Untergang geweihten empfand, eine bessere zu machen - ja den vermeintlichen Untergang abzuwenden. Mein Lebenswerk wollte ich gänzlich diesem Ziel widmen.

Ich erlernte einen Beruf und fand mich danach schnell einmal in einem beruflichen Umfeld, in dem man die Brötchen damit verdiente, technische Einrichtungen zu bauen, mit deren Hilfe Menschen kommunizieren konnten. Insbesondere mit anderen Menschen, die sich in der Ferne aufhielten. Ich fand das legitim und blieb bis heute (mehr oder weniger) dabei.

Zum Beispiel verbrachte ich viel Zeit in sog. Hauptämtern und nahm darin Festnetztelefonie in Betrieb. Auf dem Bild sieht man das Hauptamt im beschaulichen Thun, das gerade einer Kernsanierung unterzogen wird und in dem danach Loftwohnungen zu kaufen sein werden. So die Anzeige am Bauzaun.

Die Hoffnung, dass darin auch nur eine kalte Lötstelle überlebt hat, die ich machte, ist gleich null. Von den verflixten ISDN-Anschlüssen, die in ihren Kindertagen hauptsächlich herumzickten und Verbindungsunterbrüche am Laufmeter produzierten, wollen wir gar nicht erst reden. Alles ausgeräumt, Tempi passati.

Dann das neue Jahrtausend mit der grossen Mobilfunkoffensive. GSM, UMTS. Wo sind sie geblieben? GSM ist seit zwei Jahren ausgeschaltet, UMTS droht im kommenden Monat - im April 2026 -  dasselbe Schicksal.

Wenn ich auf mein Lebenswerk zurückschaue, bleibt nicht viel übrig. Der meisten Technik, der ich Leben einhauchte, damit die Menschen telekommunizieren konnten, wurde in der Zwischenzeit der Strom ab- und der Hals umgedreht. Einzig meine Erinnerung bleibt. Erinnerungen an unzählige Reisen in ausgesuchte Orte und Länder. Zum Beispiel in den Iran.

Mich an meinem Lebenswerk, das gerade den Bach runtergeht festbeissend, spüre ich, dass sicherlich noch das ein oder andere Lämpchen in einem Hauptamt in Maschhad oder Khorramabad brennt. Sicherlich funkt dort auch noch ein Stromkreis, gelegentlich eine Essemes von einem Mullah zum anderen.

D J B r u t a l o @ S ç h n u l l i b l u b b e r.ç h

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