263x125

dringender Blödsinnalarm
powered by Lukrativ Comics Thun


Letzte Einträge


die Blogrolle 

Die Archive

HAMBURG -> nürnberg (2007) 

Der zwölfstöckige Wohnblog (2006) 

Bier und Wurst (2005) 

The Iran files Vol 2 (2005) 

The Iran files Vol 1 (2004) 

Spass mit Schnulliblubber

22. Oktober 2021

Der olle Schrippenzieher

[image]

Keine Brötchen auf dem FrĂŒhstĂŒcksbĂŒffet. DafĂŒr gab’s Schrippen. Schrippen aller Couleur und in unterschiedlicher Form.
Frage mich gerade, ob der Begriff BĂŒffet hier im vorpommer’schen ĂŒberhaupt gebrĂ€uchlich ist, oder ob man hier nicht eher FrĂŒhstĂŒcksselbstbedienungstheke sagt. Neudeutsch etwa auch FrĂŒhstĂŒcksSBtheke. Dass die Akronymisierung der langen WurmwortwĂŒrmer auch hier im Beitrittsgebiet der ehemaligen DDR lĂ€ngst Einzug gehalten hatte, wurde uns nĂ€mlich bereits bei der Anreise in der UBB, der Usedomer Bummelbahn bewusst gemacht.

Wie dem auch sein mag, im Schrippenkorb an der FrĂŒhstĂŒcksSBtheke, gab es nebst anderem obskurem Backwerk auch eine sogenannte Doppelschrippe. Diese sogenannte Doppelschrippe ist nichts anderes als zwei handelsĂŒbliche DIN-Normschrippen, von der Form eines Brötchens, welche, vergleichbar mit siamesischen Zwillingen, die an einer ihrer Arschbacken zusammengewachsen sind, zusammenkleben.
WĂŒrde man eine Doppelschrippe mit der Schrippenzange aus dem Schrippenkorb fischen und damit im FrĂŒhstĂŒcksraum in der Luft herumfuchteln, sĂ€he das hochgradig obszön aus.

Da ich aber nicht an der FrĂŒhstĂŒcksSBtheke herumlungerte, um mithilfe von fliegenden Doppelschrippen obszöne Bilder abzugeben, sondern - man ahnt es bereits - um die Nahrungsaufnahme fĂŒr den bevorstehenden Tag in die Wege zu leiten, sah ich davon ab.

Wollte ich aber der profanen AlltĂ€glichkeit der Nahrungsaufnahme GenĂŒge tun, so konnte ich mit einer sperrigen Doppelschrippe gerade mal nichts anfangen. Das Ding musste entzwei gemacht werden. Am besten gleich an dieser siamesischen Zusammenklebestelle. Damit nun aber keine Keime aus meiner ungewaschenen Hand an der im Schrippenkorb zurĂŒckbleibenden DoppelschrippenhĂ€lfte kleben bleiben, ich mir aber dennoch die andere DoppelschrippenhĂ€lfte unbeschadet und ohne die Aufmerksamkeit der ganzen FrĂŒhstĂŒcksgĂ€ste auf meinen Teller wuppen konnte, ging ich den Trennungsprozess im Geiste durch. Als ich die Brötchenzange schon in die Finger der linken Hand eingefĂ€delt hatte, sah ich, dass das Problem bereits sonst wer fĂŒr mich gelöst hatte. In der hinteren Region, links im Schrippenkorb erblickte ich eine einsame, feinsĂ€uberlich abgetrennte DoppelschrippenhĂ€lfte. Schnell schnappte ich sie mir, fummelte die Zange wieder von meiner Hand ab und stĂŒrmte mit dem geschĂŒrften Gold an unseren Tisch.

Ja genau, unseren Tisch. Herbstliche Reisen sollte man immer zu zweit unternehmen.

Die Frage liess natĂŒrlich, kaum hatte ich mich hingesetzt, nicht lange auf sich warten: „Das sieht aber lecker aus, hast du mir auch ein Brötchen mitgebracht?“
Hatte ich in der Aufregung natĂŒrlich völlig vergessen, spielte aber erst einmal den Schlaumeier: „Das ist kein Brötchen, das ist eine Schrippe.“ Verlautbarte ich im Brustton des allwissenden Philosophen. „Genau genommen die HĂ€lfte einer Schrippe, und zwar einer Doppelschrippe. Sprich: Eine DoppelschrippenhĂ€lfte.“

Es half alles nichts, meinem Einwand, mit dem ich beabsichtigte Verwirrung zu stiften, so dass hier am FrĂŒhstĂŒckstisch endlich das Thema gewechselt und gefuttert werden konnte, wurde kurzerhand die buchstĂ€bliche Butter vom Brot genommen mit der Frage „gibst du mir was von deinem Brötchen ab?“

Was sollte ich tun? Es blieb mir nichts anderes ĂŒbrig, als den weltlichen Bedingungen klein bei zu geben, meine DoppelschrippenhĂ€lfte horizontal zu zerteilen, so dass ein DoppelschrippenhĂ€lfteboden und ein DoppelschrippenhĂ€lftedeckel entstand. Damit jemand nun nicht bloss knuspriges Deckel-, respektive, gummiartiges Bodengewebe abkriegte, teilte ich die beiden Teile noch zusĂ€tzlich diagonal entzwei, so dass am Ende zwei DoppelschrippenhĂ€lftedeckelhĂ€lften und zwei DoppelschrippenhĂ€lftebodenhĂ€lften entstanden.

Nun wurde gerecht geteilt, alle waren zufrieden und der Nahrungsaufnahme konnte endlich stattgegeben werden.

D J B r u t a l o @ S ç h n u l l i b l u b b e r.ç h

----------

Kommentare (0) - Neuer Kommentar eintragen