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21. Juni 2011

Eidgenossen

Mucke from Hell

Ein Volk von einig Brüdern (und erst viel später dann auch noch Schwestern) wollen wir sein? Das Sittenbild eines zänkischen Bergvolkes in Willensgenossenschaft.
 
Es mag sein, dass der Glanz der Tage, noch stark durchdrungen ist von jenem legendären Besuch meinereinerseits in den Tiefen der innersten Innerschweiz. Es mag aber auch durchaus sein, dass ich einfach bloss dankbar bin, gesund und munter mit dem Leben davon gekommen zu sein, und somit froh vor dem Rest meines Lebens stehe..

Als Ort des Geschehens, (auch und gerade: my own private Rütliwiese) denke sich der oder die LeserIn auf den Kiesplatz auf dem Sonnenberg ob Kriens (LU). Dort wo einst in der Blütezeit des unkontrollierten Tourismus, das sagenumwobene Hotel Sonnenberg stand. Gereicht werden aurale Leckerbissen, vorgetragen von einem amtlichen Musikantenstadl aus allr Hrrn Lndr.

Die Lautstärkeregler stehen festgeschraubt auf 12wölf, als gäbe es keine Präfekten oder Landvögte mit Schalldruckpegeleinhalteverordnungen. Die Musik muss durch den Bauch von innen an die Gehörwarzen, da die üblichen Röhren im Kopf zur Gesangsaufnahme mit Schaumstoffzäpfchen, fest verschlossen sind. Um die durch den Schaumstoff arg geweiteten Gehörgänge zu regenerieren, werden in isotonisch-regelmässigen Abständen Pausen eingelegt. Abgewechselt wird dabei weltmännisch zwischen belebenden Heissgetränken und dem beliebten - Blümeranzen hervorrufenden - Hopfensprudel aus dem Mehrwegplastikbecher.

Dass dem Einheimischen mit Vorsicht zu begegnen ist, ist klar. Mit der Zeit werden jedoch die Sinne etwas trüb und die gebotene Vorsicht lässt sich nur noch schwerlich walten. Der unausweichliche Kontakt mit dem eingeborenen Volk ereignet sich jäh im Kaffeezelt. Ein wilder Haufen Innerschweizer enttarnt uns - tapferen Haufen bestehend aus Bernerin und Berner - anhand der Sprache die wir sprechen. Man kommt ins Gespräch und wir entschuldigen uns schon einmal wortreich und vorsorglich für die durch Bernerhandel erbrachte Schmach der vergangenen Jahrhunderte. Wir sind uns sehr wohl bewusst darüber, dass die Berner lange Zeit den Rest der jungen helvetischen Eidgenossenschaft systematisch dominiert, ja gar domestiziert hat und heucheln Untröstlichkeit. Schliesslich halten wir uns zwar nicht gerade im Feindesland auf, so doch wenigstens in der katholischen - uns mehr als unbekannten - Innerschweiz.

Da die Bewohner der innerschweizer Stände (Kantone, Halbkantone und Waldstädte) einander sogar die hässlichsten Krankheiten missgönnen, befindet sich der Auswärtige, den Nuancen der Dialekte nicht mächtige, Zugereiste, auf verlorenem Posten, wenn es darum geht die genauere Herkunft der Herrschaften zu erraten.
Ein Beherztes: "Und Ihr seid sicherlich aus Obwalden?" Kann schnell einmal als das unmissverständliche Hinwerfen des Fehdehandschuhs betrachtet werden, sollten die angesprochenen nicht aus Obwalden sein. Dummerweise sind die Herrschaften aus Stans und somit aus dem Halbkanton Nidwalden. Pech gehabt.
Der dumme Berner wird arg in den Schwitzkasten genommen und kriegt eine Abreibung der besonderen Art in deren Verlauf er einiges lernen muss:

1. Der gemeine Obwaldner ist ein Verräter und Tschifeler
2. Der gemeine Jungnidwaldner ist beängstigend gut im Bilde, wenn es um die Eidgenössische Geschichte geht.
3. Beim Erklären des Begriffs "Tschifeler" (gemeiner Obwaldner) verstricken sich die Herren Geschichtslehrer etwas in Widersprüche.

Der Tschifel ist offenbar dem bernische Räf gleichzusetzen. Das Räf in Nidwalden wiederum sei die Bezeichnung für eine äusserst hässliche Frau. Dies wiederum kann von uns Berndeutsch sprechenden ganz und gar nicht bestätigt werden. Ein Räf sei durchaus auch die Bezeichnung eines bestimmten Typus Frau, jedoch keinesfalls einer hässlichen. Vielmehr sei ein Räf (im Frausinn) - und da wurde allenthalben gestaunt in der Ecke der Nidwaldner - eine die ordentlich Haare auf den Zähnen hat. Ugs. für resches Weib also.
Oder etwas modischer ausgedrückt: Eine Chuck Norris des schwachen Geschlechts, die dem geneigten Mitglied des starken Geschlechts, noch schnell einmal die Hühner einzutuen wisse.

Der Erklärung, weswegen nun aber die Obwaldner von den Nidwaldner als "Tschifeler" bezeichnet werden, sind wir nicht im Geringsten näher gekommen. Die Buben zieht's zur nächsten Darbietung auf Haupt oder Zeltbühne und uns speist man kurzerhand mit einer mehr als zweifelhaften Geschichte ab. In ihr treffen 1798 Napoleons Truppen auf Johann Heinrich Pestalozzi und schatzen Stans brand. Äusserst unglaubwürdig.
 
Wir verarzten unsere Wunden und geben tunlichst darauf acht, dass wir für den Rest der Kirchweihe, die Wege der Nidwaldner Horden nicht mehr kreuzen. Gefeiert wird noch bis spät in den Morgarten, der eine oder andere Sonderbündler wird dabei noch sein Leben lassen. Wir kommen mit dem Schrecken und einer ordentlichen Tracht Tinitus davon.

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TTH kriegen ordentlich Sand ins Getriebe, wenn sie so weitermachen.

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D J B r u t a l o @ S ç h n u l l i b l u b b e r .ç h (250)

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