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03. August 2020

Swiss Brutalism: Basistunnel

Morlockschacht
Wenn man die Stelle in der Leventina oberhalb von Faido passiert, ist der erster Gedanke: Ein Kraftwerk. Das Nichtvorhandensein von Wasserauffangbecken, sowie das Fehlen von Druckwasserleitungen, die aus den Steilhängen in den Betonsarkophag eindringen, müssten die Täuschung des geschulten Auges eigentlich verhindern. Der instinktive Gedanke an Kraftwerkstechnik ist aber wahrscheinlich der Enge der Leventinischen Talsohle an dieser Stelle geschuldet. Autobahn, Strasse und Eisenbahn teilen sich die engen Raumverhältnisse und mittendrin fliesst noch il fiume. Warum also nicht auch noch ein Kraftwerk? Was würde besser in dieses Gewürge hineinpassen?

Nun es handelt sich um ein Lüftungsbauwerk. Salopp könnte man auch sagen, es ist der Abschluss von einem Zugangsstollen zum Gotthard-Basistunnel. Hinter dem Betonklotz beginnt nämlich ein fast drei Kilometer langer Stollen, der in der Multifunktionsstelle Faido endet. Die Multifunktionsstelle ist ein Stück Basistunnel und besteht aus Nothalte- und Spurwechselstellen, die in Notsituationen zum Einsatz kommen, um Katastrophen abzuwenden. Evakuierte Passagiere können zum Beispiel durch diesen Zugangsstollen (zu Fuss?) dem Ort des Schreckens entfliehen.

Das Gehäuse erinnert auf den ersten Blick an einen altertümlichen Eingang in die Unterwelt der Morlocks. Bei genauerem Betrachten aber, wird man das Gefühl nicht los, dass der Erbauer sich nicht mit der Tatsache abfinden konnte, dass es lediglich fünf platonische Körper gibt und er den Beweis erbringen wollte, einen sechsten gefunden zu haben.

Furzhaus
Auf der anderen Seite der Strasse befindet sich ein weiteres Bijoux brutalistischer Baukunst. Ein zweiter Frisch- oder Abluft Schacht. Genaueres werden wir wohl erst beim ersten Tunnelbrand erfahren (Wobei wir das dann doch nicht so genau wissen wollen.) Wer sich an Koordinaten orientiert, merkt sich vor dem Aufsuchen der Stelle am besten: 46.487157°N, 8.778653°O


D J B r u t a l o @ S ç h n u l l i b l u b b e r.ç h

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