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07. Februar 2021

Gelb

Der Himmel ueber Gelb
Gestern wachte ich auf, schaute zum Fenster hinaus und der Himmel war in ein diffuses, gelb schimmerndes Licht getaucht. Mittendrin drückte Sol, der Todesstern seine todbringende Lichtfracht durch die zusammenhängende Dunstschicht. Ich bin gleich wieder in den Federn verschwunden - hatte nur einen Gedanke: Die Leber, jetzt ist es soweit.
Hatte ich es also doch geschafft, durch qualifiziertes Wegpicheln von alkoholischen Getränken, meine Innereien - denn dazu zähle ich meine Leber - derart zu ruinieren, dass mein Blick eine gelbtrübe Färbung erlangte. Natürlich weiss man nichts Genaues, schliesslich ist man ja nicht Arzt. Nachdem ich mir aber eine Stunde später ein halbes Medizinstudium angegoogelt hatte, war ich mit den Nerven am Ende und musste etwas unternehmen. Bevor ich also noch eine weitere Stunde unter der Bettdecke googelnd verbrachte, um im Internet herauszufinden, ob es sich tatsächlich um die Nerven handelte, denen ich meinen wässrigen Zustand zu verdanken hatte, stand ich auf und bereitete mir einen Kaffee zu. Dazu schaltete ich das Radio an und in der Nachrichtensendung erzählten sie, dass heute der Himmel darum gelb verfärbt sei, weil Saharasand, begünstigt durch eine spezielle Wetterlage, zu uns geblasen wird. Mensch war ich erleichtert und die Wässrigkeit fiel augenblicklich von mir ab.

Ich gönnte mir auf den Schreck hinab einen Schnaps. Das hätte jeder andere auch gemacht, rechtfertigte ich mir gegenüber diesen zweifelhaften Schritt. Saharasand also, "Sachen gibts" dachte ich.

Durch den anfänglichen Verdacht war ich noch ein wenig auf Wissbegierigkeit gebürstet und forschte darum, während ich meinen Morgenkaffee schlürfte zum Thema Saharasand im Netz. In den einschlägigen Informationsquellen überboten sich zum Glück gerade diverse Koriphäen der Meteorologie zu diesem Thema, so dass mir ein langes Gesuche, oder gar den letzten Schritt bei Wikipedia reinzuschauen, erspart blieb.

Die Damen und Herren waren sich mehr oder weniger einig darüber, dass sich in der Gegend von Mali eine Menge Sand in die Höhe bewegt hatte, die dann in einer höheren Luftschicht einen Windstoss erwischte und bis in den Kanton Bern getragen wurde. Die Sandmenge wurde dann dort, als hier, wieder abgeladen. Mali ist ja jetzt nicht gerade um die Ecke, sondern eine schöne Ecke weit weg. Ich habe das einmal für euch gemessen. Will man mit dem Fahrrad von mir zu Hause in die malische Hauptstadt Bamako fahren, so fährt man über Münsingen und Bern Richtung Wadtland (ich erspare Euch die weiteren Details einer solchen Reise), aber am Schluss hat man ungefähr sechstausendvierhundert Kilometer und ein paar zerquetschte zurückgelegt und Achtung aufgepasst: Es gibt Mautstrassen unterwegs.

Beim Sand kann man davon ausgehen, dass er Luftlinie reist. Dieser Art zu reisen fällt natürlich der ein oder andere Fahrradkilometer zum Opfer. Luftlinie sind es aber immer noch stolze viertausend Kilometer. Wenn wir also davon ausgehen, dass sich der Sand in der Gegend von Mali in eine Höhe von ein paar Kilometern bewegt hatte - und schon die Vorstellung, dass sich Sand nach oben bewegt, übersteigt meine Vorstellungskraft - dann hat seine Flugbahn, bis er im Kanton Bern wieder den Boden berührt oder den Himmel gelb einfärbt, ein derart unmessbar kleines Gefälle, dass es mir schwindlig wird. Böse Zungen behaupten ja sogar, dass es zwischen Mali und dem Kanton Bern zusätzlich einen Bogen zu beschreiben gilt, da ja die Erde angeblich von kugelförmiger Ausprägung sein soll. Alles schwer zu glauben finde ich.

Was, wenn es also nicht Saharasand war, der gestern unseren Himmel gelb eintrübte? Uns die Meteorolog*innen nur im Glauben lassen, dass es so ist? Aus welchem Grund auch immer. Weil sie es selber gar nicht wissen, dieser Umstand aber ein ebenso gelb eingetrübtes Licht auf ihre Wissenskunst werfen würde?

Hier meine drei grad so plausiblen Ursachen, die es nebst Saharasand auch gewesen hätten sein können:

1. Die Vogelsandfabrik in Raron (VS) bläst regelmässig aus hundert Schläuchen den alten Sand in die Atmosphäre, damit sie die Lager für die neue Ernte leer kriegen. Bei Föhnlage kriegen wir davon gelbe Luft.

2. In Holland blühen die gelben Tulpen und blasen Blütenstaub ab. Durch Spiegelung und optische Beugephänomene erhalten wir im Kanton Bern eine Winterfatamorgana.

3. Vishnu legte sein Pitambara-Kleid über die Welt, um die opulente Kurkumaernte zu feiern.

Was denkt ihr, was könnte es auch noch gewesen sein? War es Sand aus der Wüste Gobi oder hatte gar die Post ihre schmutzigen Finger im Spiel?

D J B r u t a l o @ S ç h n u l l i b l u b b e r.ç h

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