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25. August 2010

monte Scherbelino

Scherbenhaufen im Wald

Auch wenn das nicht von all meinen Mitmenschen nachvollzogen werden kann, aber ich kann dem Warten auf einen Zug auf einem Bahnsteig Vorteile abringen und gestärkt aus der - von anderen als lästig empfundenen - Situation hervor gehen. Anstatt nämlich dort dumm herum zu stehen und Gott die Zeit zu stehlen, zähle ich zum Beispiel die Kippen im Gleis oder überprüfe die Netzkarte der Nahverkehrsmittel und finde darauf die absonderlichsten Orte.

Auf der Netzkarte vom RMV (Rhein Main Verkehrsverbund), ist irgendwo unten rechts, in der Nähe von der Frankfurter Stadtgrenze mit Offenbach ein Monte Scherbelino verzeichnet. Der Kartografischen Schraffur nach zu urteilen, befindet sich dieser Monte Scherbelino südlich von einem grossen Waldstück, welches von Schnellstrasse und Autobahn umschlossen wird. Das Gebiet in und um Frankfurt hat sich bis anhin als eher flach und berglos gestaltet, also kann es sich höchstens um ein Hügeli handeln. Meine Neugier ist jäh aufgeweckt. "Monte Scherbelino ich komme, dich knöpfe ich mir vor"! Ich will herausfinden was dieser deutschitalienische Name zu bedeuten hat.

Mit dem 50er Bus fahre ich an den Stadtrand und dann zu Fuss weiter durch den Wald, der Orientierung zuarbeitend, entlang der Schnellstrasse Richtung Offenbacher Kreuz. Als Naherholungszone wird der Wald auf Holzschilder angepriesen. Tatsächlich ist der Forst höchstens eine Beinaherholungszone. Die Waldesruhe wird getragen von dem stetigen Lärmband das von den beschriebenen Strassensträngen verursacht wird, ehrlich gesagt geht sie ein wenig unter. Der Störgeräusche nicht genug, fliegen doch zusätzlich im Minutentakt die Langstreckenkraniche der Landebahnen des nahen Fraport entgegen.

Der Wald ist - wen wundert es - beinahe menschenleer. Ein beklemmendes Gefühl verfolgt mich auf meiner Wanderung. Es veranlasst mich andauernd zurück zu blicken, um mich davon zu überzeugen, nicht vom Axtmörder verfolgt zu werden. Jeden Moment erwarte ich, auf eine abgenagte Menschenhand zu stossen, oder über ein verschollenes Plutoniumfass zu stolpern.
Der Monte Scherbelino in der hintersten Ecke, ist eingepackt in ein sichtdichtes Dickicht aus Gestrüpp und Bäumen. Der Zugang wird mit einem drei Meter hohen Maschendraht verwehrt.
 
Unverrichteter Dinge trete ich den Rückweg an. Ich kehre noch in die Sachsenhäuser Warte ein und verzehre Cordonbleu mit Bier.

Vom Herr Ober will ich wissen, ob es das Sachsenhäusersche Henninger Bier noch gebe tue.

Der Ober sagt: "Nein mein Herr, das Henninger gibt es nicht mehr, das gehört jetzt zur Radeberger Gruppe". "Aha"! entgegne ich erstaunt, worauf er im Weggehen noch meint: "Die Herren sitzen übrigens gerade da vorne in der Ecke".

So genau wollte ich es eigentlich gar nicht wissen.


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Mit der Frage, wie in diesen modernen Zeiten mit den verwirrlichen Gefühlsregungen umzugehen ist, erfahrt ihr in meinem Comicblog .

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D J B r u t a l o @ S ç h n u l l i b l u b b e r . ç h

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