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Spass mit Schnulliblubber

11. Oktober 2006

les Tartelettes des chiens

faculté urinale

Ich verbringe gerade zwei wertvolle Wochen in der lieblichen Lorrainer Nekropole Mancy Metropole Nancy.  An der Inaktivität im Schnulliblubbergefüge, ist unschwer festzustellen, dass hier im Reich der Franzmänner kein Internet vorbei kommt, um meine geistigen Erquikungen unter das hungrige Volk zu tragen.
Zu Beginn meiner Reise versuche ich noch mit Hilfe eines, uns vom Gastgeber bereitgestellten Minitels die Sache ins Rollen zu bringen. Leider erfolglos. Mein Wohnblog – ein toter Briefkasten.

Die Stadt Nancy wird von einer wohlriechenden Schar von Leuten bewohnt und soll eine unvorstellbar grosse Ansammlung von historischen Gebäuden sein, welche vor allem das Jugendstilzeitalter erfolgreich durch mehrere Kriege hindurch erhalten konnte. All das kenne ich allerdings nur vom `ören sagen, denn: bewege ich mich zu Fuss durch die Stadt, so ist mein Blick stets gesenkt und die herumstehenden Baudenkmäler entziehen sich meiner visuellen Betrachtung.

Warum ich unentwegt zu Boden schaue? Fragt Ihr Euch jetzt sicherlich. Die Stadt, vielleicht sogar das ganze Land ist mit einer zusammenhängenden Matrix aus Hundeexkrementen überzogen, deren fragiles Gefüge man als Piêton gerne achtlos verletzt, gerade wenn man, wie ich sonst üblicherweise, wie Hansguckindieluft in der Gegend herum strolcht.

Als spätpubertärer Würdenträger (Luftgitarrenpapst) wird man gelegentlich vom Forscherdrang beseelt - man kennt das ja - und stochert schon mal in den einen oder anderen Haufen. Aus der Konsistenz der herumliegenden Masse schliesse ich, dass man wohl nicht, würde man dem Kongress der Vierbeiner lauschen können, die einhellige Meinung vorfinden würde, dass der Hundegott in Frankreich sein Fressi kriegt. Das klebrige Zeug zeugt eher von Schlachtabfällen aus der Fischmehlfabrik, welche zur Herstellung von Lyoner und anderen Augenwürsten nicht taugen.
Sollte ich wider Erwarten diese bedrohlich Zeit im Exil überleben, so werde ich die Schuhe die ich hier trage in einen luftdichten Plastiksack stecken, dick mit Edding

„SEUCHENGEFAHR! NIE AUSSERHALB VON FRANKREICH TRAGEN!“

darauf schreiben und in den höchsten Höhen meiner Wettertanne im Garten aufhängen. 

Umringt von Guiche Lorraine, zuckenden Froschschenkeln und Schnecken werde ich hier zuerst zum Vegetarier, dann aber verweigere ich bis auf ein kleines Stück Baguette zum Frühstück, jegliche Nahrung. Nachts träume ich von Ghandi und Sands und frage mich aus welchen bizarren Beweggründen die wohl in den Hungerstreik getreten sind.

Alles Übertreibungen, denn was die parfümierte Bande wiederum sympathisch macht, sind die ausgedehnten Gelage, mit welchen sie die Mittagspause zu überbrücken pflegen. Zum einstimmen setzen wir uns erst einmal an die Bar und trinken Leffe aus grossen Kelchen. Danach geht es zu Tisch wo eigentlich immer ein dreigängiges „Plât de jour“ gereicht wird. Die Verdauungssäfte für die feste Nahrung, animiert man mit einem Charcuterie Ensemble welchem man wahlweise die Ente oder die gerollte Pouletbrust hinterher schiebt. Vollgestopft wie eine Foie Gras Gans sitzt man dann da und wartet auf den Tod wie bei Fellini. Die letzten Tropfen Rotwein versinken in den Zwischenräumen des porösen Gewebes und das letzte was noch wahrgenommen wird ist der Geruch der Tartelette de maison mit einem gehörigen Schuss Chantilli. Denn ohne lange zu fackeln, steht die mademoiselle de service mit dem dritten und LETZTEN Gang an der Tischkante.

Nur Kranke gehen danach noch einmal zur Arbeit.
 
Zum Essen gibt es ordentlich Häbeni-Duchésse, als Beilage versteht sich.
 
Zum Grusse rülpst: DJ Brût àlo, Bonaparte le témérére

D J B r u t a l o @ s c h n u l l i b l u b b e r . c h

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