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02. November 2015

hl. Bimbam

heiligerbimbam

Normalerweise bietet der liturgische Kalender uns Pappnasen, die wir in reformierten Kantonen dahinvegetieren nicht viel. Anlässe, die Arbeit zum Zwecke der göttlichen Andacht niederzulegen sind dünn gesät. Keine Beschneidungen Gottes, keine unbefleckten Empfängnisse, keine Martyrien.

Auf der gottverlassenen Kruste wohnend, erahnen wir die Existenz katholischer Feiertage meist nur daran, dass die Bewohner der betroffenen Landesteile zu uns strömen und unsere, an solchen Tage normalerweise sperrangelweit geöffneter Geschäfte shoppend heimsuchen. Henusode.

Gestern fiel nun aber blöderweise einer dieser ominösen Feiertage auf einen Tag, an dem bei uns die Läden geschlossen waren. Wie das passieren konnte ist mir ein Rätsel. Bröckelt hier in der Schweiz etwa die göttliche Allmacht? Sind dies bereits die ersten Auswirkungen der Misswahl von vor zwei Wochen, als die christlichen Nationalratsparteien Federn lassen mussten?
Für uns war dies auf jeden Fall Anlass genug den Spiess einmal umzudrehen, um sehen zu gehen, was sich hinter den sieben Bergen verbirgt. Im Land der Joseffen, der Freysinger und Abgottspänen wollten wir ein paar Kilometer abwandern und uns, soweit dies an hochheiligen Tagen überhaupt möglich ist, von der Sonne und von feingeistigen Gesöffen einlullen lassen.

Eigentlich hätte man es ja vorhersehen können - kurz: Andere hatten die gleiche Idee... viele Andere

Das Abwandern der staubigen Spur glich zeitweilig der Vertreibung eines Volkes aus irgendeinem gelobten Land. Die Bezeichnung "biblischen Ausmasses" will ich hier nicht bemühen, beschreibt sie die Vorkommnisse doch zu schwach. Eingewickelt in karierte Multifunktionswäsche und begleitet von einem scheppernden Wanderstöckegeklapper schoben wir pilgernde Sonntägler uns durch die sengende Sonne der Swiss Serengeti.

Swiss Serengeti


Wir begegneten wider den Erwartungen auch den ein oder anderen eingesessenen Katholen. Grüssten artig Gott und waren froh. Offenbar sind die nicht so strunzkatholisch wie wir annahmen. Auch was das feingeistige Labsal betraf, kamen wir auf unsere Kosten. Dazu besonder hervorzuheben sei das Kräuterbier der Brauerei Suonen-Bräu in Ausserberg. Eine feinherbe Besonderheit von Manna-esker Ausprägung. Nährend und durstlöschend zugleich. Sucht Seinesgleichen in der Bierwüste Sinaï.

Amen

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D J B r u t a l o @ S ç h n u l l i b l u b b e r.ç h (313/38)

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