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09. Dezember 2005

Abenteuer Bierkauf

Prostpflastra

Das Bild ist eigentlich bereits die Geschichte - aber bin ich mal nicht so, erzähle ich von Beginn an und lege noch einen nach.

VON EINEM DER AUSZOG, BIER KAUFEN ZU GEHEN

Die Eingeborenen Hamburger haben mich bereits davor gewarnt, dass ich zu Fuss niemals einen ganzen Kasten Bier unversehrt durchs Bermuda Dreieck tragen könne, ohne dass mir vagabundierende Punks und Obdachlose die Last "abnehmen" würden. Die Angst in den Knochen reifte in meinem kranken Kopf ein Plan, wie ich trotz den Gefahren zu dem ersehnten Gerstensaft kommen würde.

Wagemutig fuhr ich also mit dem Auto zum Brauereiladen, um dort, geschützt vor Angriffen aus der Bevölkerung, einen Kasten Bier zu kaufen. In einer grossen Halle stiess ich dort auf Unmengen von Bier in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen. Ich wähnte mich bereits im Bierhimmel. Es war ein reger Betrieb und die Leute luden das Gesöff Hektoliterweise in ihre Autos.

Als ich bei einem Bediensteten Mitarbeiter meinen Wunsch kund tat, einen Kasten Astra Urtyp zu erstehen, und zwar die handlichen Dreidezilitergranaten, schaut er mich bloss entgeistert an und erklärte mir, dass dies keine öffentliche Getränkehandlung sei, sondern bloss die Ausgabestelle für die Brauereimitarbeiter der Holsten-Bavaria. Etwas perplex schaute ich mich um und tatsächlich, die Leute tauschten nur ihre wöchentlich ausgehändigten Rationenmarken in Bieraequivalente ein.

Unverrichteter Dinge zog ich ab.

Zu Hause war mir alles einerlei, seelisch und moralisch war ich ein Ruine. Leeren Blickes ging ich also in die nächste Getränkehandlung und kaufte dort einen Kasten Bier. Todesmutig schleppte ich mich damit zurück in meine Höhle.

Ob Zufall oder Gottes schützende Hände den Ausschlag gaben, ich jedenfalls wurde weder behelligt noch wurde meine Beute ausgeweidet. Glücklich erreichte ich mein Heim und genehmigte mir, nachdem sich in meinen Armen der Schmerz etwas gelegt hatte und das Blut wieder ordnungsgemäss zirkulierte, die erste selbstgekaufte Pilsette.

D J B r u t a l o @ s c h n u l l i b l u b b e r . c h

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