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26. Dezember 2018

Tote feiern

Die Schienen der Verdammten

Nach pflichtgemässem absingend der Heilandslieder und ablesen der Moraltexte, war ich feist dahingedämmert, sehnsüchtig Mitternacht erwartend. Plötzlich wurde aus einer Zeitung ein Bericht über ein unlängst stattgefundenes Kuhfladenlotto hinzugegeben. Hellwach tout le monde! Die religiös getriebenen gleich wie ich der Verabscheuer. Es oriflammte augenblicklich ein leidenschaftliches Streitgespräch. in welchem der Niedergang der Gesellschaft heraufbeschworen wurde. "Mein Gott!" und "So weit ist es also schon!" wurden als Ausdruck des Entsetzens in die Runde geworfen.

Wenn ich das richtig verstanden habe, wurde da eine Kuh, (die schönste?) auf ein in vierhundert nummerierte Felder eingeteilte Wiese gelassen und auf dasjenige Feld, auf welches sie schiss (schoss?), war das Siegerfeld. Derjenige oder diejenige, der oder dem die Nummer des Siegerfeldes vorher zugelost wurde, gewann eine Million oder ein Tombolapreis.
Angeblich wurde die Kuh vorher mit Spezialkuhfladenlottofutter gefüttert. Ich ärgerte mich insgeheim, nicht dabei gewesen zu sein.

Normalerweise kann ich mich an solcherlei Unfug unendlich erfreuen und laut "Mehr davon!" schreien. Es gelang mir aber nicht. Die Feierlaune war aufgebraucht. Der Niedergang der Gesellschaft ist unbestritten in vollem Gange, der Planet im Eimer. Das war mir aber egal und für einmal nicht der Grund meiner angestaubten Laune.

Ich feierte gerade den Geburtstag eines Toten und das bereits zum wiederholten Male. Wahrscheinlich feierte ich den Geburtstag dieses Toten bereits öfter als meinen eigenen. Und ich lebe - wenigstens noch (sollte mich nach der Veröffentlichung dieses Sermons nicht der Blitz beim..).

Man soll ja gelegentlich Holz alänge, aber mein sechstes Dezennium steht noch jung vor mir ausgebreitet, ein wenig angeknabbert vielleicht aber noch will es mit Schandtaten und Streichen gefüllt werden. Zum Glück war selbentags zuvor noch eine werschafte und zünftige Geburtstagsfeier eines Lebenden. Danke an alle Mütter, die an Weihnachten Freunde gebierten.

Das religiöse Gejesusse ist ja so was von uninspiriert. Ein Totenkabinett schafft es mit hanebüchenem Geschichtenfundus in unseren Köpfen herumzuspuken. Unbefleckte Empfängnis, Martyrium und Auferstehung, selbst die hartgesottensten Märchenerzähler würden vor solcherlei Räuberpistolen zurückschrecken.

Wenn ich aber davon ausgehe, dass der Teufel stets auf den gleichen Haufen scheisst, kann ich mir das Verfüttern von Spezialkuhfladenlottofutter und das Einteilen des Gottesackers in vierhundert Felder getrost ersparen.


D J B r u t a l o @ S ç h n u l l i b l u b b e r.ç h

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