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27. April 2018

Verschw├Ârung

endlich Regenwolken in Sicht

Neulich wurde ich unfreiwilliger Zeuge einer schmutzigen Verschwörungsaktion. Wie ihr ja bereits alle wisst, fuhr ich mit dem Finanzminister im Intercity von Bern nach Zürich. Wir waren beide, zusammen mit hundert anderen Passagieren im hintersten Wagen, einem Triebwagen mit Sitzplätzen der zweiten Wagenklasse. Der Zug war irgendwie bloss ein Ersatzzug, da in der Romandie etwas mit dem Originalzug schief lief. Weiss nicht mehr was das Problem war, ich habe die Ausreden der Bahn so satt.
Langer Rede kurzer Sinn: Der Zug war auf jeden Fall vom Typ Fan-Zug. Einstöckig und kurz. Das Platzangebot reiche für das immens in Erscheinung tretende Pendlerpack bei Weitem nicht und es kam zu tumultartigen einer erhöhten Nachfrage nach Stehplätzen.

Für den Magistraten sah es anfänglich so aus, als müsse er die gut einstündige Fahrt im Vestibül des Triebwagens zusammen mit seinem Bodyguard stehend verbringen. Eine Departementszofe rannte unentwegt durch den Zug und organisierte für den Chef - wie sie ihn klandestin nannte - eine Sitzgelegenheit. Als die Frau - der Zug fuhr bereits durch den Bahnhof Olten - plötzlich aufgeregt angestöckelt kam und durch den Wagen posaunte, es habe sich eine Frau dazu bereit erklärt, ihren Sitzplatz für den Minister freizuräumen, wusste ich, hier ist etwas faul.

Und in der Tat. Wir erreichten den Bahnhof Aarau nie. Kurz vor dem Vierspurausbau östlich vom beschaulichen Schönenwerd fuhr unser Zug auf ein verborgenes Gleis und hielt mitten in einem Waldstück abrupt an. Die meisten der stehenden Passagiere konnten sich dabei nur mit erheblicher Mühe auf den Beinen halten. Der Finanzminister verschwand kurz aus meinem Blick. Ich dachte schon, die Wucht der Bremsung habe ihn zu Boden geworfen.

Aus dem vorderen Zugsteil eilten zwei in schwarze, kugelhagelsichere Vollschutzbekleidung gekleidete und mit SIG-wasweissich halbautomatischen Büchsen bewaffnete Soldaten durch den Mittelgang und schlossen von aussen die Türe zum Vorraum das Triebwagens, in dem sich der Finanzminister befand. Danach war es etwa eine Minute mucksmäuschen still und die Passagiere im restlichen Eisenbahnwagen schauten gebannt zur abgeschlossenen Türe.
Dann gab es einen ohrenbetäubenden Knall und alles hüllte sich blitzartig erst in eine blickdichte Staubwolke gefolgt von Darkness und erneuter Stille.

Erst als ich mein Bewusstsein wieder erlangte sah ich, dass der hintere Teil des Triebwagens abgesprengt wurde. Wo vorher der Führerstand den Blick versperrte, klaffte nun ein wüstes Loch und man spürte den kalten Wind. Der hintere Schemel mit den Wagenachsen und den elektronischen Traktionselementen fehlte. Dies bewirkte, dass der Rest des zertrümmerten Wagens schräg über das Gleisbett hing. Überall schrien Passagiere vor Schmerzen. Die beiden Sitznischen unmittelbar bei dem Ort, wo früher die Türe war, wurden durch die Explosion total zerstört. Von den Passagieren, die dort sassen war nichts mehr zu sehen. Ein paar Rückstände von Kleidern und viele verstaubte Blutflecken liessen erahnen, dass dort gerade im grossen Stil gestorben wurde. In den nächsten Sitznischen sah man Tote und Schwerverletzte. Der Geruch Freund Heins hing richtiggehend in der Luft. Ich sass zum Glück etwas weiter weg vom Geschehen. Ich hatte ein aufgeplatztes Gesicht und vom linken Oberarm hing mir ein Stück vom Muskel runter. Eines war klar: So konnte ich unmöglich im Büro erscheinen.

Vom Finanzminister fehlte jede Spur. Abends tauchte er allerdings wieder in einem anderen Zug auf und machte dort die Leute wuschig. Ich denke, es wird Zeit, dem Burschen (und seiner Departementszofe) das Handwerk zu legen.
 
D J B r u t a l o @ S ç h n u l l i b l u b b e r.ç h

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