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26. März 2008

Danke Frau Holle!

Schnee-Schnee

Die Schadenfreude war gross heute morgen. Als ich erwachte hörte ich inmitten der diffusen Ruhe, welche von draussen in mein Wohnmobil eindrang als wäre es Watte, das emotionsgeladene Gefluche meines Nachbarn. Nachts hat es ordentlich geschneit und er musste nun mit viel Müh die Scheiben seines Geländewagens frei kratzen.

Die Schadenfreude währte gerade solange, bis ich meinerseits meine Gazelle bestieg, um sie in Richtung meiner Arbeitsstätte zu treiben. Ihr mussten keine Scheiben gekratzt werden. Nachdem sie aber die ganze Nacht draussen im Huddelwetter verbrachte, war ihre Motivation von mir angetrieben zu werden eine zweifelhafte. Die Gestänge und Speichen waren mit Schnee zugekrustet und die weissen Klötze an den Planeten des Schaltgetriebes verhinderten das sportliche Durchschalten der Gänge.

Eigentlich hatte es bereits abends geschneit. Nach dem Filmhausbesuch (I'm a Cyborg, But That's OK) musste ich erst einmal mein Fahrrad suchen. Ganz Nürnberg hat sich, während ich wohlbehütet im Kinosessel schlief, in eine zentimeterdicke Schneedecke eingerollt. Von überall vernahm man bedrohliche Wumm-Geräusche.
Die Strassen waren leer von Mensch und Maschine, und ich flog mit der Gazelle im gestreckten Galopp durch die tiefverschneite Winterlandschaft dem Campingplatz entgegen. Es war eine Pracht - ein Traum. Wir legten eine frische Reifenspur da wo noch nicht einmal Has und Gans gegangen und summten mehrstimmig wie einst Aschenbrödel, als sie sich mit dem Prinzregenten aus dem Staub machte.

In der Nacht hatte die Kälte dann unter der Neuschneeschicht eine Eiskruste gebildet und die Spur, welche ich noch Stunden zuvor auf dem Heimweg leichtreifig in den Puder gezeichnet hatte, verwandelten sich in heimtückische Strassenbahngleise. Auf dem Weg zur Arbeit warf mich die Gazelle drei mal ab und die schadenfrohen Blicke der Geländewagenfahrer köchelten meine Wut auf kleiner Flamme.

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Auf gefährlicher Forschungsreise: TTHäbeni

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D J B r u t a l o @ s c h n u l l i b l u b b e r . c h

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Kommentare (6)

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26. März 2008 um 23:06

Ein Rheinländer

Nun, der Gazelle als nachweislich eingeborenes Wintertier würde ich aber mal Benimm antragen!
Nur der Neugier wegen und weil es mich schon immer mal interessiert hat: Was ist eigentlich die Vergangenheitsform von "schneien"? Hat es sich dann geschnitten oder etwa geschneuzt? Die Eidgenossen werden es hoffentlich zu richten wissen...

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27. März 2008 um 09:34

DJ Brutalo

@Ein Rheinländer
..das ist sonne Sache mit die Nagetieren...aber das kennt man ja. Haben nicht gerade Sie, Herr Rheinländer damals Ihrer weissen Punkratte, unter Zuhilfenahme einer gehörigen Portion Hennapulver, lila Punkte ins Fell einfärben wollen?
Von der Vergangenheitsform der Verben habe ich nur im Fremdsprachenunterricht gehört, das Schwyzerdütsch kennt bekanntlich keine Vergangenheit. Vergangenes beschreiben wir bloss in dieser gekrümten Gegenwartsform, die ist gerade perfekt genug.
Und ewig grollt der Eistayger im Frankenwald

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27. März 2008 um 12:16

Die Freeriderin

Da "Wumm-Geräusche" untrügliche Zeichen für erhebliche Lawinengefahr sind, hoffe ich doch, dass Nürnberg mittlerweile nicht vollständig von einer meterdicken Schneedecke überrollt ist?

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27. März 2008 um 12:58

DJ Brutalo

@Die Freeriderin
SIe scheinen sich ja gut auszukennen. Leider muss ich IHnen mitteilen, dass die weisse Pracht schon wieder weggeschmolzen ist. Das ist übrigens schneller passiert als das donaleske KA-WUMM!

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27. März 2008 um 19:41

Testpilot

Auch hier auf dem Hamburger Berg hat es etwas Neuschnee gegeben, bei der HöHE kein Wunder ;-) da hättest du mit deiner Gazelle noch mehr Probleme gehabt!
Schweiz vs. Deutschland nullvier und ich meine jetzt nicht Schalke!

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28. März 2008 um 08:58

DJ Brutalo

@Testpilot
..zu Null! Erst war ich wütend und konnte es kaum glauben aber dann dachte ich. Die Herren Milionäre sind doch sicherlich alle mit einem Lederköfferchen im Diplomatengepäck eingetroffen und haben ihr, in letzter Zeit etwas vernachlässigtes Bankkonto besucht.

Das ist jetzt ein Geheimnis, bitte erzählen Sie das nicht weiter. Das Erfolgsprinzip der Schweizerischen Wirtschaft basiert auf dem Prinzip "Den Fünfer und ds Weggli haben". Auf den Fussballfall umgeMÜNZT(höhö): Wir kriegen nicht bloss die Tore, nein - auch die Fluchtgelder sind bei uns gut aufgehoben. Har har har (wie der gemeine Panzerknacker zu sagen pflegt)

und

Hamburger Berg - lächerlich


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