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06. Oktober 2014

kurze Halbzeitpause

Menschen in der zweiten Lebenshaelfte

Letzte Nacht, schreckte ich schweissnass aus einem garstigen Traum auf und atmete asymmetrisch und schwer. Kurz darauf trat ich in meine zweite Lebenshälfte ein und schlief wieder ein.

Die kurze Zeitspanne meines Wachliegens, war durchzogen einer vagen Ahnung des Älterwerdens. Nichts wirklich beunruhigendes - eine einfache Ahnung dessen, was dieser Übertritt in die zweite Lebenshälfte zu bedeuten hat. Instinktiv fasste ich mir an den Kopf, um den Zustand meines Haupthaars zu prüfen. Zum Glück war es in diesem Moment stockdunkle Nacht, so dass die Schütterness meines Hauptes Lamenta, Zier und Pracht nicht in Augenschein genommen werden musste. Ich stellte fest, dass sich Haupthaare mit zunehmendem Alter, tatsächlich in den Riech- und Hörhöhlen des Kopfes verkriechen. Welche Kraft sie dorthin zieht gilt es herauszufinden. Laben sie sich dort an selbstgebrannten Wassern aus vergorenen Erinnerungen? Scheuen sie schlicht das Sonnenlicht? Ich wollte mich schleunigst mit dieser Thematik auseinander setzen, allerdings nicht nächtens. Wahrscheinlich haben amerikanische Forscher längstens...

Woher ich in dieser eingangs erwähnten kurzen Wachphase meiner letzten Nacht die Gewissheit erlangte, die Hälfte meiner Lebenszeit überschritten zu haben, weiss ich nicht. Das letzte woran ich mich, bevor ich wieder einschlief erinnerte, war ein Gedanke an den Wilden Westen. Als Bengel im Kindesalter stellte ich mir stets vor, wie aufregend es gewesen sein musste, abends nach harter Arbeit mit Lasso und Rinderherde, in die Stadt zu reiten, den verschwitzten Gaul - auf dem man den ganzen Tag sass und durch die sengend heisse Prärie ritt - am Baum vor dem Saloon festzubinden, in den Saloon hineinzutreten und zum Geklimper eines schlecht gestimmten Klavieres, am Tresen eine Vitamalzbier zu trinken. Das Zeug kannte ich aus den Fix und Foxy und Silberpfeilheftchen, welche ich damals im Schein einer Taschenlampe unter der Bettdecke verschlang.

Heute weiss ich, dass es in einem Wildwestsaloon meiner Kinderträume gerochen haben muss, wie in einer ungewaschenen Pferdeblase. Und zwar einer Blase eines Pferdes, welchem man wegen Blähungen, das es sich durch den unerlaubten Verzehr einer Lastwagenladung weissen Spargels, den Gnadenschuss geben musste.

Das Fazit zur ersten Lebenshälfte aber dennoch: Erinnerungen und bebilderte Druckerzeugnisse waren stets die besten Einschlafhilfen. Erstere wie Zweitere veränderten sich zwar im Laufe der Jahre, gepaart mit Dunkelheit und Taschenlampe jedoch unverbrüchlich Freunde.
 

D J B r u t a l o @ S ç h n u l l i b l u b b e r.ç h (294/29)

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